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Donnerstag, 25. Februar 2010

Viele Medienmacher hätten Margot Käßmann lieber weiter im Amt gesehen - weil sie dann auf ihr hätten rumtrampeln können. Die Enttäuschung dieser Leute ist unübersehbar. Hätten wir doch nur mehr öffentliche Personen von solcher Souveränität - in schweren Lagen.

Montag, 22. Februar 2010

Nun hat es den ganzen Schnee fortgeregnet. Hoffentlich bleibt es nicht so lange grau, nässlich und grässlich.

Freitag, 19. Februar 2010

Vor 44 Jahren wurde mein Junior geboren. Wo ist die Zeit geblieben? Das war doch erst gestern.

Dienstag, 16. Februar 2010

Alles ist weiß, die Sonne scheint. Wunderbar.

Zum Westerwelle-Beitrag für den STERN hagelt es Zustimmung.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Nach einem Monat Kliniken wieder zu Hause. Einfach paradiesisch. Pasta, Rotwein - himmlisch.

Sonntag, 7. Februar 2010

In der renommierten Reha-Klinik gibt es diesen Sonntag Brunch. Die Insassen mit (zahlenden) Besuchern haben reservierte Plätze. Die Unbesuchten müssen sich im hinteren Teil ihre Plätze suchen, bei Leuten, die sie nicht kennen: eine Versammlung der Entbehrlichen, ein trauriger Anblick.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Alle reden über 100 Tage Schwarzgelb in Berlin. Wen soll denn noch interessieren, welches Variäntchen von sozialdemokratischer Regierungskonstellation gerade vor sich hin wurstelt?

Donnerstag, 28. Januar 2010

Steve Jobs Neuheit, der iPAD, spaltet die Meinungen. Vielleicht repräsentiert er (es?) die breite Mehrheit derer im Netz, die sich mit dem so radikal anderem Medium noch lange schwer tun werden. Weil jede(r) selbst beurteilen muss, was relevant ist und was nicht. 

Montag, 25. Januar 2010

Zwischen Klinik und Reha klafft eine Systemlücke, eine systematische: der Transport. Den musst du mit dem privaten PKW oder einem Taxi bewerkstelligen. Genau in dieser Phase riskierst du aber mit falschen Bewegungen oder gar einem Sturz das (teure) Operationsergebnis, von deiner Gesundheit mal ganz abgesehen. Beim Wechsel von einem ins andere Gesundheitsinstitut ist keiner "zuständig". System ohne Verstand und ohne Seele.

Dienstag, 19. Januar 2010

Der Schnee verschwindet, meine Hüft-OP ist gut vorbei. Aus dem Klinikfenster sehe ich in die Krone eines schönen Ahorns. Seine vielen Samenbällchen ernähren vier Elstern, die mich mit ihrem lärmenden Treiben erheitern.

Donnerstag, 14. Januar 2010

So viele Wintertage, an denen Schnee liegen bleibt, gab es hier schon lange nicht mehr.

Samstag, 9. Januar 2010

Mit Freunden durch eine wunderschöne Winterlandschaft am Rhein. Es schneit ganz leichten Pulverschnee.

Dienstag, 6. Januar 2010

FDP-Dreikönigskundgebung, Stuttgarter Staatstheater. Guido Westerwelle präsentiert Altbekanntes - nur noch arroganter. Größer könnte der Kontrast nicht sein. Christian Lindner debutiert als Generalsekretär in der Form selbstbewusst, bescheiden und unaufdringlich, in der Sache nachdenklich und tief gründend. 

Montag, 5. Januar 2010

Der Winter ist wieder eingekehrt: Minusgrade und angezuckerte Schneelandschaft. Das politische Gezänk setzt sich dort fort, wo es Weihnachten Pause machte. Von wegen neues Jahr.

Freitag, 1. Januar 2010

Das Glück gleicht dem Balle, es neigt sich zum Falle. Na, dann wollen wir doch Gottfried Benn im Jahre 2010 mal exemplarisch widerlegen: jede(r) für sich.

Montag, 28. Dezember 2009

Es soll ihn noch geben, den Ehrbaren Kaufmann. Was den ausmacht? Treu und Glauben. Kurz vor dem Jahreswechsel will ich das einfach mal tun - glauben.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,

der bedeutendste Mensch immer der,

der dir gerade gegenüber steht,

das notwendigste Werk ist immer die Liebe.

Meister Ekkehard

Samstag, 19. Dezember 2009

Minus 13 Grad Celsius, ein paar Zentimeter Schnee. Am Markt beheizen die Gemüsehändler ihre Zelte. Der Kartoffelstand fehlt, Erdäpfel würden angefroren nicht schmecken. Der Balkon wird zum Biokühlschrank. Und im Fernsehen laufen die Jahresrückblicke an.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Vereinzelte Schneeflocken und Sonnenschein. Das gibt es im Rheinland nur noch selten.

Der ewige Basar des Wähler-Stimmen-Kaufs - im Moment zum Thema Steuersenkung - könnte nicht derart florieren, würden die Medien sich nicht so begeistert als Marktschreier zur Verfügung stellen.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sonne, kalt, trocken; ach hätten wir solch schönes Winterwetter doch öfter.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Vieles, womit das Weltklima gerettet werden soll, ist aus ökonomischen UND ökologischen Gründen notwendig. Aber die Politik soll bitte aufhören, uns für so dumm zu halten, ihre dämliche Anmaßung zu glauben, die Regierungen dieser Welt könnten Temperaturgrade festlegen wie Steuersätze.

Gestern Abend ließ das ZDF die Zuschauer über ihre Sternstunden-der-Deutschen-Hitliste abstimmen. Die Mehrheit entschied sich weder für den Mauerfall noch die Wiedervereinigung, sondern die Weltrevolution der Erfindung des Buchdrucks. Das versöhnt mich wieder etwas mit dem deutschen Volk.

Freitag, 4. Dezember 2009

Einer dieser auffallend ruhigen Tage. Montags finden viele mühsam in die Woche und freitags spielend raus. Ob beim Staat oder privat: Unausgesprochen herrscht in Deutschland eine Art Drei-Tage-Woche.

Dienstag,1. Dezember 2009

Das Schwyzer Minarettverbot macht sogar die CSU nachdenklich. Die Wege des Herrn sind unergründlich.

Freitag, 27. November 2009

Das aufgeregte Mediengeschwätz um den Rücktritt des Bundesministers Jung ist kindisch. Etwas Besseres konnte Kanzlerin und Regierung nicht passieren: eine Schwachstelle fort, ein frisches Gesicht mehr. Advent eben, Hoffnung.

Sonntag, 22. November 2009

Gewerkschaftswitz vor 20 Jahren: In seiner Bilanzrede sagt der Vorsitzende, Kolleginnen und Kollegen, vor 30 Jahren haben wir die 45-Stundenwoche durchgesetzt, vor 20 die 40-Stundenwoche, vor 10 die 35-Stundenwoche und nun die 30-Stundenwoche. In 20 Jahren werden wir nur noch mittwochs arbeiten. Stimme aus dem Publikum: jeden Mittwoch?

Heute kommt die Arbeitszeitverkürzung aus einer ganz anderen Richtung. Irgendetwas von dieser Art wird: aber nur noch für die immer seltenere Ausnahme von langfristig sicheren Vollzeitjobs. Die Masse wird von mehreren Teilzeitjobs leben (müssen), die oft wechseln und in Familien beide haben müssen, um über die Runden zu kommen.

Übrigens: Wenn Gewerkschaften das nicht bald kapieren, gibt es sie irgendwann nicht mehr.

Mittwoch, 18. November 2009

Die Sonne scheint. Das hellt gleich alles auf nach den letzten graunassen Tagen. Und passt für einen langen Marsch im Rechtsrheinischen.

Freitag, 13. November 2009

Franz Müntefering verabschiedet sich von der SPD-Spitze. Gute Arbeit, sagt er, müsse die Priorität der Sozialdemokraten sein. Gute Arbeit ist ein schöneres Wort für Vollbeschäftigung. Da es ihre Wiedergeburt nicht gibt, steht auch die einer SPD infrage, die sich an diese Priorität hielte.

Mittwoch, 11. November 2009

Fußballtorwart Robert Enke hat aus Angst vor dem Moloch Öffentlichkeit den Freitod gewählt. Diese Öffentlichkeit sind wir alle: Medienmacher und Medienkonsumenten.

Sonntag, 8. November 2009

Morgen ist 20 Jahre nach dem Mauerfall. Damals saß ich bei einer internationalen Konferenz in Washington D.C. Professor Agh aus Ungarn erschien plötzlich mit einem Tablett voller Sektgläser. Er gabe eine Runde aus auf die Ereignisse in Berlin, denen wir dann im Fernsehen ungläubig staunend zuschauten. Einer sagte: Es gibt tatsächlich Wunder.

Freitag, 6. November 2009

Auf diesen grauen Spätherbst könnte ich verzichten. Bald werden die bunten Bäume kahl und farblos sein. Und leider verpackt dann kein Schnee alles in schönes Weiß wie früher in meiner Heimat.

Dienstag, 3. November 2009

Vollmond, Regen, zwischendurch Sonne, nun wieder grau. Na ja, es kann eben nicht immer schönes Wetter sein. Gegen Merlot hatte ich schon immer etwas.

Mit Frau Dr. med. über die Schweinegrippe-Impfung  gesprochen: Auch den Ärzten bleibt nichts anderes übrig als uns, entweder den einen oder anderen zu "glauben".

Freitag, 30. Oktober 2009

Angela Merkel spricht auch von "diesen Jahres"; armer Genetiv.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

An einem traumhaft schönen Spätherbstag durch eine wunderbar leuteleere Landschaft hinter der Ahr. Das lässt die Seele baumeln.

Sonntag, 25. Oktober 2009

ZDF, Berlin direkt: Peter Frey verwendet wieder einmal den politischen Kampfbegriff Steuergeschenke; und damit es Lieschen Müller versteht, setzt das ZDF sie mit bunten Geschenkpäckchen ins Bild. Dabei sollen die öffentlich-rechtlichen Medien die Menschen doch aufklären und nicht in die Irre führen. Wenn die vielen Arbeiter, Angestellten und Freiberufler weniger von ihrem Verdienten an den Staat als Steuern abgeben, warum sollen das dann Geschenke des Staates sein? Er hat das Geld doch nicht verdient - oder?

Samstag, 24. Oktober 2009

Bundespressekonferenz: Merkel, Westerwelle & Seehofer stellen ihre Koalitionsvereinbarung vor. Bei Grammatik und Datierung schlägt Horst seinen neuen Duzfreund Guido ganz klar: Westerwelle sagt "am 1. Januar diesen Jahres", Seehofer "am 1. Januar des nächsten Jahres". Höchste Zeit, dass mehr Bildung den Genetiv vor dem Dativ rettet.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Im Tagesverlauf wurde das Wetter immer schöner. Eine heftige Erkältung hielt mich ab, mit den Weinwanderern unterwegs zu sein. Schade. 

55 Prozent der 60- bis 64-Jährigen nutzen nun das Internet, 89% der 14- bis 29-Jährigen, 80% der 30- bis 49-Jährigen und 68% der 50- bis 59-Jährigen. Die unter 14 und über 64 gibt es in der Statistik nicht.

Der Preis für die unprofessionellste Äußerung in den Koalitionsverhandlungen geht an Hermann Otto Solms. Thomas de Maizière weist den Begriff Schattenhaushalt zurück; Solms sagt: Das ist kein Schattenhaushalt, sondern ein Nebenhaushalt. Die Leute sagen, verarschen kann ich mich selber.

Samstag, 17. Oktober 2009

Frank Schirrmacher, ein Herausgeber der FAZ, lobt Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF und spricht über das Verhältnis von Politik und Journalismus. Dass Brender am Wahlabend 2005 Herr Schröder sagte und nicht Herr Bundeskanzler, hebt Schirrmacher zurecht ins Licht. Nachdenklich macht mich, dass es in einer Demokratie außergewöhnlichen Mut braucht, keine (Ehr)Furcht vor Fürstenthronen zu haben. Gut, dass Brender keine hatte. Schlecht, dass uns das - wohl realistischer Weise - als außergewöhnlich präsentiert werden kann. Demokratische Untertanen? Arme Republik.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Die Sonne scheint heute wieder. Morgen soll es noch schöner werden. Über 1000 Meter hat es geschneit. Der frühe Schnee bleibt selten liegen.

Nun schwätzen die Medien über die bunte Koalitions-Landschaft. Wetten, dass die Politik-Landschaft nicht bunt wird, sondern gleichförmig grau bleibt?

Samstag, 10. Oktober 2009

Erstaunlich viele stimmen meinen gestrigen Worten zu Guido Westerwelle in Panorama zu.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Eine Mädchenklasse besäuft sich, drei junge Frauen schlagen einen 51-Jährigen nieder, der einem anderen gegen die drei helfen wollte. Alles heute in den Medien zu lesen. Emanzipation hat keine moralische Richtung.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Alles regt sich über Westerwelle auf, weil er einem BBC-Journalisten nicht englisch antworten wollte. Das muss er nicht. Aber statt barsch abzulehnen, hätte er die englische Frage schlicht deutsch beantworten können. Das wäre souverän gewesen, freundlich und unaufgeregt.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Kühl und feucht ist der Herbst nun eingezogen. Der Sommer dieses Jahres war sehr angenehm. Viel Sonne, aber wenn es heiß wurde, kamen auch bald Regen und Abkühlung. Manche prophezeien weisse Weihnachten. Da habe ich nichts einzuwenden.

Montag, 28. September 2009

2005 gab es 21,279.193 Zweitstimmen für Schwarzgelb, dieses mal 20,968.027 - also 311.166 weniger. Die SPD verlor gegenüber 2005 rund sechs Millionen Stimmen. Und um die vier Millionen weniger gingen zur Wahl. Eine Wahlbeteiligung wie 2005 oder höher hätte also wieder zu Schwarz-Rot geführt. Ging Merkels Strategie der leisen Töne auf - oder gab es gar keine?

Wie auch immer. Schwarzgelb markiert den Übergang zu einer Neuordnung der deutschen Politik. Nach rot-roten Koalitionen auf Länderebene nähern wir uns der Fusion von DIE LINKE und SPD. Früher oder später.

Freitag, 25. September 2009

Mein ältester Freund, Helmut, schreibt mir vom Tod meines Doktorvaters Hermann Wiesflecker und schickt mir dessen historisches Credo: Wir lernen nicht Geschichte, um klug für ein anderes Mal zu werden, sondern weise für immer!

Mittwoch, 23. September 2009

Samuel Huntingtons Clash of Civilizations findet als globale Baustelle statt, nicht als Krieg der Kulturen. Ein Befund von Politologen der Universität Heidelberg.

Montag, 21. September 2009

Eine Woche vor der Bundestagswahl haben FDP und Grüne Ampel und Jamaika ausgeschlossen. Weil ihnen nur das ein optimales Wahlergebnis verspricht. Der Rest ist Schweigen.

Freitag, 18. September 2009

Der Plakatwald wächst und wächst. Ein richtig gutes ist nicht darunter. Viele Frauen finden die Fotos von Steinmeier sympathisch.

Mittwoch, 16. September 2009

Mit den Weinwanderern Meisengrund an der Ahr. Die Jungs haben ein flottes Tempo drauf. Bergauf geht mir fast die Luft aus. Der O-Start nach Jahren geht an die Grenze. Aber den Körper plagen tut der Seele gut.

Dienstag, 15. September 2009

Martin Süskind ist gestorben. Er zählt zu den wenigen aus meiner langen Bonner Zeit, die ich vermisse.

Montag, 14. September 2009

Verloren haben das gestrige TV-Duell Illner, Plasberg und Kloeppel. Alle drei schafften es nicht, Merkel & Steinmeier ihre - oft auch recht abseitigen - Fragen aufzudrängen. Any news? Plasberg ist ein Fan von Ulla Schmidt. In einem haben viele Nachbetrachter sicher recht: Die athmosphärische Botschaft von Merkel & Steinmeier war, wir machen weiter - zusammen.

Übrigens: Nur 14 Millionen Menschen statt 21 vor drei Jahren hatten eingeschaltet.

Sonntag, 13. September 2009

Das TV-Duell Merkel - Steinmeier ruft die deutschen Untertanen heute Abend zur Volksvollversammlung in ARD, ZDF, RTL und SAT.1. Doch die 90 Minuten reichen den Medienmachern nicht. Vorher gibts Countdowns und nachher wird dem Volk erklärt, was es gesehen und gehört haben soll. Dass es bald nach dem Duell in PHOENIX Kampf um Germanien gibt, ist wohl nicht als Spiel-Verlängerung gemeint, die amerikanisch-britische Komödie Der Tag der toten Ente in RTL II nicht als Einmischung der NATO-Partner.

Die Fotos in den Programmzeitschriften signalisieren unübersehbar, um welche Duelle es tatsächlich geht: um die zwischen den TV-Moderatoren Anne Will, Frank Plasberg, Maybrit Illner, Peter Kloeppel, Peter Limbourg und Sabine Christiansen. Ich wette, dass die deutschen TV-Untertanen über diesen Wettbewerb mehr reden werden als über Merkel und Steinmeier.

Freitag, 11. September 2009

Der traditionelle Feinkostladen offeriert Austern, Belon: sie schmecken vorzüglich. Drei Stück € 1,95: wie geht das? Der Preiskampf beginnt wohl erst noch richtig. Wie viele wird er ruinieren?

Montag, 7. September 2009

Der Spätsommer fängt an, sich zu verabschieden. Die Bäume sagen es einem unübersehbar.

Freitag, 4. September 2009 (Vollmond)

Die CDU plakatiert: Wir haben die Kraft. Obama lässt grüssen: Yes WE can.

Mittwoch, 2. September 2009

Noch einmal werde ich zu Plasberg/WDR nicht schauen. Das früher mal wirkungsvolle Einspielen von Filmen ist als Masche zur Inhaltstötung verkommen.

Montag, 31. August 2009

Gestern im TV-Kanal PHOENIX: Die Ministerpräsidenten von Thüringen und dem Saarland wollen sich neoliberalen Eingriffen in Sozialrechte wie dem Kündigungsschutz widersetzen. Richtiges Deutsch wäre im ersten Fall des Saarlandes und im zweiten den Kündigungsschutz. Leidet auch der Journalismus unter chronischer Dativologie?

Samstag, 29. August 2009

Verhaftet wurde Verena Becker, RAF-Terroristin a.D., meldet die FAZ: wegen dringendem Tatverdacht. Nach meinen Deutschkenntnissen muss das heißen: wegen dringenden Tatverdachts. Nun ist auch schon bei der FAZ der Dativ dem Genetiv sein Tod. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Duden freistellt, ob Genetiv oder Dativ verwendet wird. Das passt zum kulturellen Abstieg Deutschlands. Wie war das noch? Ach ja: Wer schlampig redet (und schreibt), denkt schlampig. Eben.

Mittwoch, 26. August 2009

Hart, aber fair: WDR-Plasberg spießt das Gysi-Plakat Reichtum für alle kleinkariert auf. Er kriegt die Sendung nicht mehr in Griff. Unterm Strich punkten Wowereit und Gysi. CDU-Kauder, langweilig wie immer. Kuhn/Grüne, geht so. Brüderle/FDP wirkt müde.

Dienstag, 25. August 2009

Hellbraune Schuhe mit eierfarbener Gummisohle, graue Socken, kitt-beige Sommerhose, lila Hemd, hellblaues Sakko: (DDR)Banker im ZDF-Morgenmagazin.

Samstag, 22. August 2009

Geniales Sommerrezept: Gewürfelte Tomaten (die nach solchen schmecken) über heisse Spaghetti streuen, mit gutem Olivenöl beträufeln, Meersalz, Pfeffer, mit frisch gezupftem Basilikum krönen. Ein Genuss.

Mittwoch, 19. August 2009

Angela Merkel sagt, man muss CDU und CSU wählen, um sie als Kanzlerin zu behalten, Guido Westerwelle, man muss FDP wählen, damit es Schwarz-Gelb sicher gibt. Es geht um die Anteile am selben Wählersegment.

Sonntag, 16. August 2009

Sonne, Sonne, Sonne. Es ist heiß. Wir grillen bei Freunden. Im Schatten.

Morgen fängt die Schule wieder an. Abends im TV-Kanal des WDR formuliert die Moderatorin: wettertechnisch könnten die Ferien ruhig andauern. Wettertechnisch? Empfehle Deutschkurse für Journalisten.

Donnerstag, 13.August 2009

Eine angenehme Abkühlung durch Regen und Wolken. Ich traue meinen Augen nicht: Einige tragen Daunenjacken.

Montag, 10. August 2009

Unser Nachbar steigt auf Digitalfernsehen um. Sein Kabelbetreiber schickt ihm eine Smartcard für den nötigen Receiver. Die Karte ist defekt. Nun schickt man ihm nicht die versprochene Karte, sondern einen Receiver plus andere Karte. Er schickt das Paket ungeöffnet zurück. Sein TV-Händler hatte ihm diesen Ablauf prophezeit.

Samstag, 8. August 2009

Barbara überrascht mich mit Karten zu Yamato. Ein geradezu befreiendes, ästhetisches und musikalisches Erlebnis. Man möchte mittrommeln.

Mittwoch, 5. August 2009

Heute wäre meine Mutter Maria 96 geworden. Sie ist 1991 friedlich eingeschlafen.

Dienstag, 4. August 2009

Die Versicherung schickt dich zu ihrem Vertrauensarzt. Er soll prüfen, ob du so viel Behandlung brauchst. Der Mann bejaht das in seinem Bericht an die Versicherung und deinen behandelnden Arzt. Dir schreibt die Versicherung, du sollst zu deinem Arzt gehen. Aber den Bericht kriegst du nicht. Du rufst an und hörst ein Gestammel, warum das nicht ginge, aus rechtlichen Gründen oder so. Aber genau wisse man das nicht, der Zuständige sei im Meeting. Da sind diese Leute immer, wenn du was willst. Das Gesundheitssystem ist krank. 

Samstag, 1. August 2009

Ein strahlender Sommertag.

Samstag, 25. Juli 2009

Kommunalwahlen an Rhein, Ruhr und Lippe stehen vor der Tür. Die meisten machen einen Bogen um die Infostände der Parteien am Marktplatz. Die braven Aktivisten tun einem leid. Am Bauernstand dreht sich das Gespräch um die Mutter der Jüngsten. Sie rief gerade an - vom Jakobsweg, nur noch einige Tage bis Santiago de Compostela. Nächstes Jahr macht sich Großmutter auf den Weg. Mit dem Traktor - den Juli und August wird sie wohl ganz brauchen, meint sie. Ihre Augen strahlen. Sie freut sich so schön wie ein Kind.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Die ganze Nacht ein Gewitter nach dem anderen. Ein prächtiges Feuerwerk.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Treffe einen alten Rundfunk-Journalisten. Seine Frau ist gestorben. Traurige Einsamkeit steht in seinem Gesicht. Ich komme zurecht, sagt er tapfer. Und dann plötzlich: Die öffentlich-rechtliche Pension ist noch das Beste; sonst war es eine Scheißzeit. Das erinnert mich an einen guten Freund, der keine Pension kriegt. Aber gerne seinen Job wieder hätte. Sofort.

Dienstag, 14. Juli 2009

Ein 15-Jähriger Engländer beschreibt die Mediennutzung seiner Generation. Befund: Teenager twittern nicht.

Samstag, 11. Juli 2009

Bei Freunden mit Spezialblick auf die Kölner Lichter: beeindruckend.

Freitag, 10. Juli 2009

Deutlich weniger als 20 Grad erlauben, die Wohnküche anzuwerfen und für Freunde zu kochen. Kaninchen vom Züchter aus der Eifel mit frischen Kräutern aus der Freunde eigenem Garten: also wirklich und nicht nur angeblich Bio. Schmeckt einfach wunderbar, so auch der Vino Verde vom Portugiesen aus dem Fass. Lidl senkt die Preise, melden die Agenturen. Soll er, uns sieht er nicht.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Kaum hat es nur 21 Grad, vermummen sich die Leute mit warmen Klamotten. An allen Ecken wehklagen sie laut über das kalte Wetter. Vor der italienischen Eistheke stehen sie unverändert Schlange. 

Dienstag, 7. Juli 2009

Für Tapferkeit gibt es nun wieder Orden. Wer eine Armee unterhält, kommt an so was wohl auf längere Sicht nicht vorbei. Auch nicht im real existierenden Deutschland - bald 70 Jahre nach der Nazizeit. Ein Berufssoldat war zur Stelle, als ich es allein nicht schaffte, meine schwer verletzte Frau aus dem brennenden Auto zu ziehen. Der Mann hatte bei einem eigenen Unfall selbst schwere Verbrennungen erlitten. Er half sofort, während Dutzende Gaffer untätig herumstanden. Das war Tapferkeit. Ganz sicher.

Samstag, 4. Juli 2009

Am Wochenmarkt gähnt Leere. Schulferien-Beginn. Er legt einen Bann über das Land. Du siehst, hörst, fühlst es den Leuten an: lass mich in Ruhe oder unterhalte mich. An der Kölner Riviera ist das Strandleben ausgebrochen. Überall wird gegrillt, der eigene Körper in der Sonne, Würstchen und Spieße auf dem Grill. Gut riecht es nur, wo türkische Familien zu Gange sind. Deutsche Grille stinken. Migrantenclans hinterlassen keinen Müll, Eingeborene zuhauf.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Länger leben ist gut, früher sterben besser. Am Besten geht es dir in unserer Gesellschaft, wenn du nicht auffällst. Weder positiv noch negativ. Durchschnitt musst du sein, willst du nicht geschnitten werden. Sehr alt darfst du dir nur leisten, wenn du viel Geld hast. Denn gegen Ende gibt es ein bisschen Freiheit und vor allem Würde nur gegen Cash.

Dienstag, 30. Juni 2009

Schwül ist es seit Tagen. Das Wetter drückt. Aber den Leuten gefällt die nasse Hitze. Vielleicht, weil sich viele schon auf den Urlaub einstimmen - irgendwo im Süden.

Freitag, 26. Juni 2009

Der arme, einsame Michael Jackson ist gestorben:

Heal the world

Make it a better place

For you and for me

And the entire human race

Donnerstag, 25. Juni 2009

Iran: so fangen Revolutionen an.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Nun scheint der Sommer zu beginnen. Vom Wetter her. Bald wird die Republik in die Sommerpause rutschen. Wer nicht wegfährt, hat auch zu Hause mental frei. Du musst in vier bis fünf Monaten so viel verdienen, dass es fürs Jahr reicht, sagte mir ein Gewerbetreibender. In der übrigen Zeit hält die Leute geschäftlich und privat irgend etwas von Tun und Entscheiden ab. Alles, was etwas kosten soll, wird verschoben und bleibt liegen.